Mit dem Rücken an die Wand gelehnt, in einer Hand ein Kinderbuch, auf der anderen Seite kuschelte sich meine grosse Tochter an mich, versuchte ich mich auf die Geschichte zu konzentrieren, jene ich so eben meiner grossen Tochter vorlas. Je länger ich aber vorlas, desto weniger konnte ich mich auf die Geschichte konzentrieren…

Wusch….da hat es mich erwischt…das Momentum hat sich aufgebaut, die Energie war so stark…immer schneller drehte sich mein Gedankenkarussell der negativen Gedanken….mein Magen zog sich zusammen, mein Atem ging schneller…ja der Boden fing an zu zittern….

Eine tiefe Hilflosigkeit machte sich in mir breit… ja fast schon eine Ohnmacht… eine tiefe innere Leere… ja dieses Momentum an negativen Gedanken hat nun die Schwingung und die daraus entstehenden Gefühle von damals ins JETZT befördert….es fühlte sich genau so an wie damals….

….ja damals… als ich mich anfing selbst zu lieben…als ich mich auf die Suche gemacht habe, WER und WAS ich bin… da brach der Sturm los.

Anstatt ständig andauernde Glücksmomente, ein hüpfendes Herz, pure Leichtigkeit im Sein… was fand ich damals vor? Tiefe Traurigkeit, ein tiefes Gefühl von „Alleine-SEIN“… meine Nerven lagen blank…

Als ich damals in den Spiegel geschaut habe, strahlten mich nicht zwei glückliche Augen an… sondern die Augen waren leer…trübe und von einer tiefen Traurigkeit gekennzeichnet….. ja, damals… als ich mich auf den Weg gemacht habe…auf den Weg in mein Herz… auf dem Weg, auf diesem Weg der Suche nach meinem wahren Selbst…

ja als ich mich auch auf den Weg gemacht habe mich selber anzunehmen wie ich bin. Mit all meinen Ecken und Kanten….mit all meinen heftigen und schmerzhaften Gefühlen… mit all meinen negativen Gedanken… mit all meinen Schuldgefühlen… ja damals…. ich fühlte mich wie Tod……tränen der inneren Verzweiflung… der inneren Ohnmacht…. ja damals… meine Nerven waren bis aufs äussere angespannt…. ich ertrug es fast nicht mehr… diese tiefen schmerzhaften Gefühle weil ich dachte und glaubte „dass ich nichts wert bin“…. und „dass ich nicht so sein, darf wie ich bin“…

Unvorbereitet werde ich aus meinem Erinnerungsstrudel gerissen, als ich spürte, dass meine grosse Tochter mich umarmte. Sie drückte meinen Kopf ganz sanft an ihre Schultern, genauso wie ich es unzählige male schon bei ihr gemacht habe und streichte mir mit ihrer kleinen Händen über meinen Kopf…

Diese Handlung von meiner Tochter… sie lässt meine selbst aufgebaute Mauer ein stürzen und meine Tränen kommen endlich ins fliessen…

Ein Teil von mir wollte sofort diese Tränenflut aufhalten, die Tränen wieder hinunterschlucken, genau so wie ich es jahrelang gemacht habe…

….denn niemand sollte meine Tränen sehen! Vor allem nicht meine Kinder. Ja diese Ueberzeugung hatte ich so lange…

Ich erlaubte mir selber nicht als Mami meinen Kindern meine Tränen zu zeigen. Ich schluckte sie einfach runter, hinein in mein Herz. Ich liess meine Stimme verstummen… verlies den Raum und weinte alleine in einem Raum für mich alleine…ja denn niemand sollte meine Tränen sehen. Vor allem nicht meine Kinder…

Ja… so lange schluckte ich meine Emotionen herunter. Versteckte sie, vergrub sie, so lange bis ich mich wie eine Schaufensterpuppe fühlte. Innerlich leer und wie tot.

Doch ist das wirklich der Sinn…? Ich fragte mich das immer wieder

Ja und dann habe ich vor Jahren etwas sehr prägendes gelesen von Jesper Juul.

Kinder brauchen Menschen und keine Schaufensterpuppen als Eltern.“

 

Mit jeder Träne die nun über mein Gesicht rollte, spürte ich wie mein innerer aufgebauter Widerstand weniger wurde…

Ja da war er wieder! Mein Freund, meine innere Kraft die immer für mich da war.
Ich erinnerte mich wieder in diesem Moment.

ICH BIN NICHT meine Gedanken, schoss es mir plötzlich durch meinen Kopf.

Meine Gedanken kamen zu mir aufgrund der Schwingung die ich ausgesendet habe…..

Sofort durchflutete mich eine riesige Klarheit.

Meine Schwingung KANN ich jederzeit ändern! JETZT… und Schritt um Schritt! Wenn es sein muss… auch mit ganz kleinen Babyschritten.

Der erste Schritt um ganz bewusst aus dem Momentum auszusteigen,  wurde mir in diesem Moment mit aller Deutlichkeit bewusst, ist.. WERTSCHäTZUNG!

Also fragte ich mich: „ Kann ich meine „negativen“ Gedanken trotz den schmerzhaften Gefühlen die ich als Reaktion auf meine Gedanken fühle, WERTSCHäTZEN?“

Könnten diese negativen Gedanken nicht sogar ein TEIL der LöSUNG sein?

Könnte es sein, dass diese negativen Gedanken und Gefühle mir den Weg zeigen zu mehr Wohlbefinden…. einen Weg aufzeigen zu meinem inneren Kern?

Denn die ewige Wahrheit ist….und genau das wird mir nun wieder einmal mehr klar!

Das LEBEN ist NIE gegen mich. Das Leben ist IMMER für mich da!

Ich trocknete meine Tränen ab und da ich nun ruhiger war, kuschelte sich meine grosse Tochter wieder an mich… Ich schloss die Augen und dachte zurück an diese intensive Zeit damals…

Ja damals… als ich mich anfing mich selber zu lieben…. begann die herausforderndste Reise meines Lebens…. eine Reise die mich in meine tiefsten Tiefen führte….damit ich dann wie ein Phönix aus der Asche auferstehen konnte in der immer grösseren werdenden Erkenntnis… wer und was ich bin….

Liebe Grüsse
Denise Tobler

 

PS: Hier geht es zu Teil 1

 

Der Wind wird stärker – ICH AUCH!

 

 

2 thoughts on “Der Wind wird stärker – ICH AUCH! Teil 2

  1. Sehr berührend.Ich habe keine Kinder um so schöner ist mein Gefühl Freude Dankbarkeitkommen in mir hoch.Du bist Stark weil du deine Gefühle zeigst und nicht hinter einer Mauer verdteckst.Danke dir.Alles Liebe auf deinem Weg .☀️LG von mir.

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