Völlig unvorbereitet schlägt das Fenster auf. Der Wind bläst mir geradewegs ins Gesicht. Für einen kurzen Moment stockt mir der Atem. So eisig fühlt der Wind sich in meinem Gesicht an.

Ich taste mit einer Hand sofort nach dem Fenster, versuche es zu schliessen, ohne dass meine kleine Tochter dabei aufwacht die erst vor kurzem nach langem Weinen bei mir eingeschlafen ist.

 

Nachdenklich betrachte ich meine kleine Tochter. Sie liegt nun völlig entspannt bei mir auf den Beinen. Meine Hand liegt immer noch bei ihr auf dem Rücken, so wie die ganze Zeit als sie so geweint hat. Ich spüre die Wärme ihres Körpers in meiner Handfläche und erinnere mich wie sehr mir die Nähe meiner Tochter auch schon oft geholfen hat, ,mich wieder mit der Energie der Quelle zu verbinden.

 

Ja, der Sturm brach aus, der Wind der tobte…. die Emotionen schlugen hin und her, so lange, bis meine Tochter ihren inneren Widerstand gelöst hat und eingeschlafen ist. Ein Widerstand den sie durch die Wahl ihrer eigenen Gedanken erschaffen hat.

 

Weinen, Wut, Tränen. Ja, es darf sein. Gehört dazu und ist so wichtig! Es wird mir wieder bewusst, wie heilend unsere Emotionen sein können. Wenn wir sie zulassen, werden sie uns Schritt um Schritt wieder in unser Wohlgefühl leiten. Wie ein unsichtbares Gummiband ziehen sie uns immer wieder Richtung unserem wahren Sein. Der Quelle durch die wir alle verbunden sind.

 

Wenn ich so meine Kinder anschaue, dann bewundere ich sie, wie leicht sie den Weg durch den Sturm, hindurch durch das Toben der Wellen wieder zurück in ihr Wohlbefinden finden.

Warum fällt es uns Erwachsenen dann oft so schwer? Die Stürme des Lebens anzunehmen…diese Heldenreise die ich im letzten Blogbeitrag angesprochen habe. Ich habe es ja selber wieder erlebt… Dieser innere Kampf, gegen das was ist. Das Kämpfen gegen eine Situation, das Gefühl zu haben ausgeliefert zu sein….hilflos, „scheinbar“ aller Macht beraubt.

 

Ja so ging es mir vor wenigen Wochen. Ich fühlte mich über Wochen wie ausgeliefert. Mein gesamtes nun über Jahre erworbenes Wissen um die Kraft meiner Gedanken, der bewussten Realitätsgestaltung…. dieses Wissen schien mir so fern. Nicht griffbereit für mich. Ich fand den Zugang einfach nicht dazu.. Es war wie „scheinbar“ durch ein Nebel nicht mehr für mich erreichbar. Der Sturm tobte einfach zu stark und ich? Ich lag auf dem Boden des Schiffes und der Ozean des Lebens tobte unter und ober mir. Ich fühlte mich nicht fähig das Steuer wieder zu übernehmen bis… ja bis wann genau? Ehrlich gesagt, ich weiss gar nicht mehr wann genau der Wind gedreht hat… aber ich spürte plötzlich dass dieses Gummiband welches uns wieder in unser Wohlbefinden zieht, anfing zu greifen. Ich langsam aber sicher wieder den Boden unter mir gespürt habe. Ich mich aufrichten konnte. Ich spürte, dass ich wieder die Kraft hatte meinen Fokus auf das Steuer des Schiffes zu legen und mich in diese Richtung langsam vorwärts bewegte Langsam, ganz langsam, aber Stück um Stück. Der Weg erschien mir endlos aber so wie damals, bei meiner ersten und intensiven Heldenreise vor fast 10 Jahren, wusste ich, dass ich nicht aufgeben durfte. Ich musste weiter machen. Es gab einen Grund für alles. Ich musste weitergehen.

 

Nein eigentlich KEIN „müssen“ sondern einfach eine starke tiefe und unerschütterliche innere Gewissheit! Die Gewissheit, um immer weiter zu machen! So lange bis ich wieder am Steuer angekommen bin, mich hochgezogen hatte und endlich endlich dieses Steuer wieder in den Händen gehalten habe. Was für ein Gefühl!

Ja, Rückblickend ist mir nun alles klar. Nun kann ich erahnen, was diesen Sturm ausgelöst hat. Was die „Ursache“ dahinter war.

Erinnert ihr euch noch an den 1. Blogartikel: „Kann mir bitte mal jemand das Licht anmachen?“ Wenn nicht, könnt ihr ihn hier nachlesen.

Mein grösster Wunsch war es, als ich anfing diese kleine Seele zu spüren, dass ich eine kraftvolle Schwangerschaft erleben will. Im „fast“ ständigem bewussten Kontakt mit meiner Seele, der Quellenenergie.

Eine Leserin meines Blogs fragte mich: Wie kommt Mann/Frau dann in seine/ihre Kraft? Und wie behalten wir den Kontakt?“

(Eigentlich) ganz einfach. Indem wir uns mit der Kraft der Quelle verbinden. Denn die Kraft, die Quellenenergie ist jederzeit für uns erreichbar. Auf den Punkt gebracht. WIR SIND selber diese Quellenenergie. Nie getrennt von ihr. Es geht darum diesen Co-creativen Tanz zuzulassen. Uns führen zu lassen. Begeisterung zu spüren. Immer wenn wir die Freude spüren, die Liebe, die kindliche Begeisterung, dann lassen wir die Quellenenergie durch uns wirken und wir fühlen uns grossartig!

Vor ein paar Minuten habe ich folgenden Satz gelesen auf der Homepage von Clara Morgentau. Einer Frau, die den Co-Creativen Tanz mit der Quellenenergie durch das malen zum Ausdruck bringt. (Ich verlinkt sie euch hier)

Es ist das Gefühl, als ob meine Hand von etwas Größerem, als meinem Körper geleitet wird. Etwas was schon immer mit mir war.

Clara Morgentau

Dieser Satz, hat mein Herz ganz tief berührt. Genau das ist es!

Und genau dieses Gefühl, dieses Gefühl wollte ich ständig spüren. Denn es ist genau dieses Gefühl, welches ich beim Schreiben habe. Das Gefühl „geführt“ zu werden. Ich spüre und weiss ganz genau, dass die Quellenenergie durch mich wirkt wenn ich am Schreiben bin. Meine Finger fliegen über die Tastatur. Die Worte die ich wähle, fliesen leicht und mühelos durch mich hindurch. Es ist wie Magie.

Mein Wunsch nach dieser kraftvollen Zeit, würde also nur in Erfüllung gehen, wenn ich selber ganz tief meine innere Kraft entdecke und vor allem in den Zustand des ZULASSENS komme.

Und genau DAS wurde mir bewusst, als ich das Lied (Let it go von Die Eiskönigin) hörte, welches meine Tochter immer und immer wieder vorspielte. (Ausschnitt folgend)

Mich zu kontrollier’n ich hab‘ es versucht
Lass sie nicht rein, lass sie nicht seh’n
Wie du bist, nein, das darf niemals gescheh’n
Du darfst nichts fühl’n, zeig ihnen nicht
Dein wahres Ich.
Ich lass los, lass jetzt los.
Die Kraft, sie ist grenzenlos.
Ich lass los, lass jetzt los.
Und ich schlag‘ die Türen zu.

Wie also kann ich diese Kraft, die Verbindung zur Quelle ständig spüren, wenn ich die Kraft die durch mich hindurchfliessen will, bremse und sie kontrolliere? Es gab immer noch ein Teil, den ich zurückhielt. Der WICHTIGST Teil von allen (folgt dann in Teil 3 der Blogartikelreihe) Dieser Teil, der mich ausmacht, meine Verankerung. Meine Wurzeln die ich so spüre und mein Kraftpool, meine Inspirationsquelle.

 

Ich spürte dass ich Angst hatte, ganz JA zu sagen zu dieser Verankerung, diesen Wurzeln und vor allem mich mit diesen Wurzel zu zeigen!

Ja, was dann geschah ist die logische Folge. Immer wenn uns etwas klar wird. Dann erscheint auch das andere Ende des Stockes. Der Gegenpol erscheint uns dann ebenfalls ganz klar vor Augen. Der sprichwörtliche „Seiltanz“ ist in diesem Moment eröffnet! Der Seiltanz zwischen den gegenüberliegenden Enden des Stockes.

Wenden wir uns dem Ruf der Quelle zu oder schauen wir auf das andere Ende des Stockes?

In den darauf folgenden 24 Stunden merkte ich die „Zerreißprobe“ die in mir tobte. Der Kampf gegen das „Alte“ und das versuchen, das „Neue“ zuzulassen.

In diesen Stunden der „Zerreissprobe“ spürte ich, dass ich gedanklich extremen Widerstand aufbaute. Ich kämpfte. Konnte de Ruf meiner Seele nicht nachgeben… noch nicht…. denn zuerst musste das „alte“ gehen oder anders gesagt, ich musste den Fokus wechseln. Weg von der Angst,rein ins zulassen der Kraft die durch mich fliesst und fliessen will.

Da sich zu diesem Zeitpunkt nun ganz frisch die kleine Seele mit meinem Körper verbunden hat, ich also erst wenige Wochen frisch Schwanger war, wirkte sich diese „Zerreissprobe“ sehr stark spürbar aus.

Fast 48 Stunden später nachdem diese „Zerreissprobe“ in meinem Kopf begann, wachte ich am Morgen auf und  spürte sofort eine extreme Müdigkeit. Mein ganzer Körper schien wir ausgewechselt. Schwäche spürbar in allen Fasern. Der Kreislauf am Boden.

In den folgenden fast 8 Wochen schleppte ich mich durch die Tage. Konnte nur noch gerade das nötigste erledigen. So verbrachte ich die Tage mit liegen. Ich richtete mir bei den wichtigsten „Aufenthaltsorte“ meiner älteren Kindern, Ruheplätze ein, damit ich bei ihnen war und trotzdem mir und meinem Körper Ruhe geben konnte.

Ich musste, nein ich durfte lernen mich an die 1. Stelle zu stellen und mein im letzten Sommer geschriebener Blogartikel: „Ich bin die wichtigste Person in meinem Leben…..“  bekam eine völlig neue Bedeutung.

Lange Zeit schob ich mein Zustand auf die Schwangerschaft, da ja so wieso energetisch und physisch sich so viel verändert in der Schwangerschaft.

Der „wahre“ Grund lag aber darin, dass ich das andere Ende des Stockes im Fokus behielt. „Die Angst davor mich zu zeigen“ und die Angst davor, was passieren könnte, wenn ich der Kraft in mir „freien“ lauf lassen würde.

Während ich das alles schreibe, spüre ich, wie die kleine Seele sich in meinem Bauch bewegt.

Ein Wunder, Magie

Aber auch ein Fingerzeig darauf, dass alles und jedes in unserem Leben ständig Veränderungen unterworfen ist. Es liegt an uns, diese Veränderung willkommen zu heissen. Es liegt an uns, da wir jederzeit uns entscheiden, welches Ende des Stockes wir im Fokus behalten.

Diese Heldenreise hat mir gezeigt, dass das Wohlbefinden wirklich ständig vorhanden ist und uns immer und immer wieder zu sich hinzieht!

So war es ja auch bei mir. Ich fühle mich wieder kräftiger. Ich kann die Tage mit den Kindern wieder aktiver gestalten. Aber vor allem ich habe nun endlich JA gesagt. JA zu dieser Kraft, zu dieser starken und nicht zu überhörenden Stimme in mir, die sich nun laut äussern will. Diese Hand, diese Energie die durch mich hindurch wirken will, die will sich nun zeigen. Und ich bin nun bereit. Ich lasse zu, dass sie fliessen kann. Nicht weil ich nun völlig „angst – frei“ bin…..

Nein, weil ich mich dazu entschieden habe, dass es das wichtigste ist für mich, das andere Ende des Stockes in meinem Fokus zu behalten!

Fortsetzung folgt.

Eine Umarmung an euch und ich freue mich über eure Zeilen und Gedanken.

Alles Liebe

Denise

 

2 thoughts on “Die Reise beginnt – Kann mir bitte mal jemand das Licht anmachen Teil 2

  1. Liebe Denise,

    es ist diese Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber, die ich in Deinen Ausführungen spüre, es sind diese ungeschminkte Erzählung und Deine Authentizität, die Deine Beiträge so in mir Resonanz finden lassen. Fast kommt es mir vor, als erlaubtest Du uns Lesern, für eine Weile Deinen Platz einzunehmen – so eindrücklich und lebensnah empfinde ich Deine Erzählungen.

    Du hast die grosse Gabe, Leser an Deinen tiefsten Empfindungen und Gedanken teilhaben zu lassen – lass sie bitte immer einen Stellenplatz in Deinem Leben haben. Ich bin sicher, dass auch gerade junge Mütter daraus für sich viele Erkenntnisse gewinnen können.

    Ich erfreue mich immer an den Schilderungen Deiner Lebensreise und danke Dir, dass Du uns so grosszügig daran teilhaben lässt.

    Liebe Grüsse und alles Liebe für Deine Familie
    Loa

    1. Liebe Loa,

      ich danke dir von ganzem Herzen für deine Wertschätzenden Zeilen. Ich finde es ganz wunderbar, dass meine Zeilen so bei dir auf Resonanz stossen.

      Alles Liebe
      Denise

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.