Fassungslos über die neusten Entwicklungen sitze ich vor unserem Haus. Wie taub fühlte sich alles in mir an… nicht mal die wärme der strahlend warmen Herbstsonne spürte ich auf meinem Gesicht.

Noch vor ein paar Minuten hatte ich das Gefühl, meine Beine geben unter mir nach… Meine schöne „heile“ und vertrauensvolle Welt mit dem tiefen Vertrauen ins Leben bekam starke Risse.

In der ganzen Schwangerschaft mit unserem Baby, unserem Co-Crativen Tanz, verzichtete ich auf alle Untersuchungen ausser das Abtasten des Bauches durch die Hebamme.

Ich brauchte keine weiteren „äusseren Untersuchungen“ die „scheinbar“ eine Sicherheit versprechen die nicht wirklich der Wahrheit entspricht….

Die einzige wirkliche Sicherheit gab mir meine tiefe Verbindung zu unserer Tochter, jene tiefe Verbindung, die ich sofort spürte wenn ich meine Hände auf meinen Bauch legte… und nun??

Jetzt… ja jetzt so kurz vor der Geburt „sollte“ ich einen Ultraschall machen lassen, um zu schauen ob mit unserem Baby alles in Ordnung sei… Und das nur weil die Uhrzeit ET + 10 ergab… Vom Krankenhaus war sogar die rede, wenn die Geburt nicht bald beginnen würde und von einer „Besprechung“ mit Ärzten wie es mit meiner Schwangerschaft weiter gehen soll und ob sogar die Geburt mit Medikamenten eingeleitet werden muss….

Nicht mehr die Natur, nicht mehr mein Körper, jener auf faszinierende und magische Weise während der letzten 42 Wochen unser Baby wachsen liessen, sollte den Geburtsbeginn bestimmen.

Den Geburtstermin sollten nun Menschen bestimmen, die aufgrund von Momentaufnahmen ein Urteil darüber fällen. Ein Urteil welches über mein Leben und das Leben unserer Tochter bestimmen würden.

Während ich so da sass, stellten sich mir alle Nackenhaare auf! Alles in mir schrie NEIN! NEIN ich will das nicht!

Also was wollte ich? Was ersehnte ich mir?

Ich wollte mich ins tiefe Vertrauen fallen lassen, dass „alles Gut“ ist, genau so wie es ist.
Ich spürte unsere Tochter regelmässig. Ihre Bewegungen in meinem Bauch waren kräftig und zu jeder Tages- und Nachtzeit spürbar. Jedesmal wenn mein Mann oder ich unsere Hände auf den Bauch legten, reagierte unsere Tochter auf unsere Kontaktaufnahme.

Auch mir ging es gut. Ich glaube ich habe noch nie den Endspurt einer Schwangerschaft so sehr genossen wie dieses mal.

Nichts sprach also dagegen. Rein gar nichts, was so einen, aus meinen Augen „gewaltigen“ Eingriff wie ein Ultraschall und sogar eine Einleitung der Geburt rechtfertigen würde. Und das meine ich nun ganz klar auf den Punkt gebracht. Ich empfand es als Mutter so kurz vor der Geburt als Gewalt! Gewalt die gegen mich und meine ungeborene Tochter angewendet werden wollte!

Denn eines war für mich immer klar. Auch wenn ich den Fortschritt der medizinischen Möglichkeiten als Option und als Wahlmöglichkeit die wir Menschen haben, wertschätze, so wähle ich für mich, SO LANGE wie es für mich und unser Baby stimmt, ohne diese Medizinischen Untersuchungen und Diagnosen auszukommen.

Ich stand also vor der Wahl!

Entweder mache ich die geforderten Untersuchungen oder ich „verliere“ die äussere Sicherheit einer durch die Hebamme begleitete Hausgeburt. Denn ohne diese Untersuchungen und dem „Urteil“ der Ärzte über den Gesundheitszustand von meiner Tochter, würde meine Hebamme die Geburt nicht mehr begleiten können.

Noch während ich an der warmen Sonne sass, spürte ich mein Vertrauen schwinden… Mein Vertrauen in mich, meinen Körper und meinem Baby…. Die äusseren Hände der Angst und Panik die nach sovielen Frauen ausgestreckt werden, haben mich nun selber im Griff.

Ich fühlte wie ich schwach wurde… Schwach wurde gehen diese Mühlen zu kämpfen um meinen Wunsch in die Tat umzusetzen…

Was wäre wenn ich die Begleitung für die Geburt wirklich verlieren würde? Was wäre, wenn ich unter der Geburt wirklich Hilfe brauchen würde? Dann wäre die letzte Option den direkten Weg ins Krankenhaus… mir wurde schwindelig von den auf mich einprasselnden Gedankenflut.

Immer wenn ich daraufhin ans Krankenhaus dachte, verkrampfte sich mein ganzer Körper!

So viele Frauen haben mir geschrieben, dass sie es „mutig“ fanden unsere Alleingeburt zu Hause. (Ich nenne es lieber Co-Creativen Geburtstanz) …..

Nein! Es war kein Mut dahinter. Sondern schlicht und einfach, ein tiefes INNERES Wissen, dass das genau der richtige Weg war für mich und unser Baby…

Ja, ich hätte Mut gebraucht…. aber für eine Geburt im Krankenhaus.

Aus diesem Blickwinkel war ich feige! Ich wollte mich den medizinischen Abläufen die uns Frauen im Krankenhaus erwarten nicht ausliefern. Und für mich wäre es eine Auslieferung gewesen.

Ich wollte einfach alleine sein bei der Geburt. Unendlich Zeit und Raum zu haben, in der ich mich und unser Baby spüren konnte. Ich wollte selber bestimmen was ich während der Geburt tu und unterlasse. Ich wollte nicht, dass ich unter der Geburt, vielleicht sogar unter den Wehen, von fremden Menschen angefasst werde.. Ich wollte im Einklang mit meinem Körper unsere Tochter zur Welt bringen….und nicht von aussen durch evt. Medikamente in meinem eigenen Rythmus und dem Rythmus meiner Tochter gestört werden…

Diesen Blickwinkel der Medizin, welcher leider nur allzuoft auf das Problem fokussiert ist, anstatt auf die Unversehrheit und Vollkommenheit. Ja diesem Blickwinkel, diesem Fokus wollte ich mich mit meinem Baby nicht aussetzen.

Nein!

Ich wurde wütend auf mich… Kannte ich doch die Kraft meiner Gedanken, ich wusste um unsere innen wohnende riesige Kräfte unser Leben zu erschaffen..

Der Kreis schliesst sich!

Die nächsten zwei Tage waren ein auf und ab meiner Gefühle und in mitten dieser Berg- und Talfahrt, strömten „unterstützende“ Energien in mein Leben.

Ein Kreis von Frauen umschloss mich plötzlich. Frauen die sich entschieden haben mich und meine Tochter auf diesem Weg meinen Traum umzusetzen, ja mir den „Raum“ zu halten und zu begleiten.

Plötzlich erfuhr ich, welche Macht dahinter steht, ja dass die Unerstützung und der Zusammenhalt weiter reicht als die blose körperliche Anwesenheit unterstützenden Personen.

Der Kreis schloss sich um mich, mit Frauen die wussten warum ich diesen Weg gehe!
Frauen jene die Sicherheit ausstrahlten, dass alles gut kommt, aus der tiefen Wahrheit, weil sie ein eben so tiefes Vertrauen in die Vorgänge der Geburt hatte, wie ich ganz tief im Herzen…auch wenn ich mich in diesem Moment „schwach und unsicher fühlte“ da „erlernte Glaubensmuster“ die auf uns Frauen einprasseln in diesem Moment der Entscheidung für einen Moment über mich überhand nahmen.

„Ja, ich bin gefallen“.

Gefallen in einem Moment in dem ich eigentlich mich stark und kräftig fühlen wollte…. Aber gerade deshalb, weil ich in diesem Moment mich schwach gefühlt habe, konnte eine riesige Kraft in mir erwachen, die schlussendlich dafür sorgte, dass ich aufstehen und „fliegen“ konnte.

Fortsetzung folgt…!

Alles Liebe euch

Denise

 

 

 

 

 

 

2 thoughts on “Ja, ich hätte Mut gebraucht…aber für eine Geburt im Krankenhaus!

  1. Ich bin ganz hingerissen von deiner Geschichte, die ich in Teilen ja schon kannte, welche Worte du dafür gefunden hast! Danke Denise!!!! <3

    Ich hatte ja ähnliche Überlegungen und Gefühle. Im KH hätte ich wohl permanent für mich kämpfen müssen. Dabei wollte ich doch einfach nur Gebären, dem Rhythmus unserer Körper folgen, das umsetzen, was gerade da ist – anstatt dafür um Erlaubnis zu fragen oder zu etwas gezwungen zu werden, das sich schlichtweg „falsch“ anfühlt.

    Zu viele Frauen ohnmächtig gemachte Geburtsberichte habe ich gelesen und auch selbst eine gewaltvolle Geburt erlebt, als dass ich mich dem noch einmal freiwillig und ohne konkreten Grund aussetzen würde!

    Zuviel wird in Krankenhäusern gemacht, weil es „Standard“ ist (zb kontinuierlich CTG, weil eine Hebamme mehrere Frauen gleichzeitig betreuen muss) oder für die medizinischen „Helfer“ einfacher (zb Frau am Rücken), oder weil planbarer, Kosten-Quoten-erfüllend etc.

    Aber wir haben diese Kraft in uns! Gerade, wenn wir sie, so wie du Denise, die ganze Schwangerschaft über und vielleicht auch vorher schon „trainiert“ haben. Die typischen Berichte „wäre ich nicht im KH gewesen, wäre ich gestorben!“ entpuppen sich bei genauem Hinsehen sehr oft als Halbwahrheit. Hätte es viel früher zb kein Vorgehen gegen die Intuition der Mutter oder gegen „die Natur“ gegeben, wäre es oft gar nicht erst zu der am Ende schrecklichen Situation gekommen. Doch es erfordert sehr viel Mut, das bei einem selbst zu erkennen. Weil es auch damit zusammenhängt, sich einzugestehen, die eigene Verantwortung abgegeben und anderen überlassen zu haben.

    Heute ist ja auch der internationale Tag gegen Gewalt in der Geburtshilfe, Roses Revolution Day. Dein Artikel passt auch dazu perfekt!

    Danke dafür, dass du deinen Weg gehst, auf dein Innerstes hörst und damit auch vielen anderen Mut machst!!

    Lucia :-***

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