bedingungslose liebe

Ich kann mich noch so gut daran erinnern.

Auf meinen 7. Geburtstag, also fast vor 30 Jahren, bekam ich zum Geburtstag eine für mich wunderschöne Puppe geschenkt.

Ich hätte die ganze Welt umarmen können.

Von diesem Tag an, ausgestattet mit Puppenwagen, Puppenbett, diversen Puppenkleidern, Schoppen und sogar mit Plastikwindeln, spielte ich den ganzen Tag mit meiner Puppe.

Ich durchlöcherte meine Mutter mit ganz vielen Fragen, rund ums Mami sein.

Wie lange schläft ein Baby?

Wie oft bekommt es zu trinken (aus dem Schoppen natürlich)

Wann muss ich das Baby ins Bett bringen?

Wann steht es wieder auf?

Vor geplanten Familienausflügen, rechnete ich aus, wann ich wieder zu Hause sein muss, dass ich nach 4 Stunden (so war es damals) „meinem Baby“ wieder den Schoppen zu trinken geben muss.

Ich baute mir eine richtige kindliche „ideale“Welt auf, was es heisst, Mami zu sein.

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Als ich dann mit 24. Jahren zum 1x Mutter wurde, merkte ich ganz schnell, dass meine damalige „Idealvorstellung vom Mami-Sein“ nichts gemeinsam hat mit meinem neuen Leben als Mami.

Ich liebe meine Kinder, aber oft vergass (oder vergesse) ich mich selber zu lieben. Mich selber so an zu nehmen wie ich bin.

Wie leicht es doch ist, sich selber anzunehmen an Tagen, in Lebenssituationen in denen alles mehrheitlich gut läuft. Wir nehmen uns an, wenn wir mit unseren Kindern lachen können, Spass haben miteinander.

Aber wir fühlen uns schlecht an Tagen oder in Lebenssituationen in denen es herausfordernd ist.

Wie leicht es uns doch fällt unseren Kindern unser Gesicht zu zeigen, wenn wir lachen.

Aber wir verstecken uns, wenn wir weinen…..

Meine eigene Mutter hat oft geweint, in einem verschlossenen Zimmer und immer dann als sie meinte, dass ich es nicht sehen würde.

Ich sah es doch, aber vor allem spürte ich es.

Bedingungslose Liebe zu uns selbst kann ein sehr wichtiger Schlüssel im Leben zu unseren Kindern sein.

Wenn Müdigkeit überhand nimmt, nie endende Tage zur Tagesordnung werden, Unsicherheit, Wut und Trauer unsere Begleiter sind, dann und vor allem dann ist es so wichtig, dass wir uns so wie wir sind als Mami, als Papi… annehmen. Bedingungslos.

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Bedingungslose Liebe zu unseren Kindern, fängt bei uns selber an. Bei uns und bei unseren Gedanken, Erwartungen über unser Leben.

Wenn wir uns annehmen so wie wir sind, wenn wir unser Leben annehmen wie es ist, wenn wir aufhören zu kämpfen dann setzen wir ein starkes Zeichen, dass auch unsere Kinder sich selber annehmen so wie sie sind.

Wir sind aufgefordert unsere Idealvorstellungen vom„Mami und Papi-sein“ fallen lassen. Denn diese Idealvorstellungen versetzen uns in einen ständigen Stress.

Bedingungslose Liebe bedeutet, das Leben an zu nehmen im Vertrauen, dass alles so wie es kommt einen wichtigen Grund hat.

Bedingungslose Liebe bedeutet aber auch, dass wir uns unsere Schöpferkraft auch in Zeiten der Herausforderung immer wieder bewusst vor Augen führen.

Damals nach der Geburt von meinem ersten Kind, bekam ich in mitten einer heftigen Situation, die Chance über mich selber hinaus zu wachsen. In mitten eines Chaos, erwachte in mir eine Stärke, die ich bis anhin noch nie erlebt/ gespürt hatte.

Schon im vornherein, war mir klar, dass mein Sohn nicht im Krankenhaus zur Welt kommen sollte. Geburt hatte für mich nichts mit Krankheit zu tun. Trotz dieser festen Überzeugung trug ich in mir aber viele Aengste, Zweifelund Unsicherheiten auch Bilder von Müttern die eben keine leichte Geburt hatten  mit mir herum, die mit meinem heutigen Wissen um die bewusste Realitätsgestaltung dazu führten dass ich den Fluss des Lebens, meines Körpers doch so gestört hatte, dass es nach der Geburt zu Komplikationen kam.

Aber nun alles der Reihe nach…

Unser Sohn kam im Geburtshaus zur Welt und als wir das Wochenbettzimmer bezogen, legte meine Hebamme unseren Sohn, mit den Worten „Er braucht nun eure ganze Nähe“ zu uns ins Bett. Es war schön, neben ihm zu liegen dabei meinem Mann in die Augen zu sehen und langsam zu erfahren was es heißt, dass wir nun eine kleine Familie sind.

Dieser sanfte Start ins Mami sein, bekam dann Risse, als ich einige Stunden nach der Geburt ins KK verlegt werden musste. Ich verlor zu viel Blut. Auf dem Weg zum Krankenwagen, gaben meine Beine unter mir nach. Ich wurde ohnmächtig.  Als ich wieder zu Bewusstsein kam, galten meine ersten Gedanken meinem neugeborenen Baby.

Ich denke ich muss nicht gross erwähnen, dass die darauf folgenden Stunden im KK nicht viel zu einer tiefen Bindung zu meinem Sohn beigetragen haben. Mein Vertrauen ins „Frau-Sein“ und meine Selbstheilungskräfte bekamen deutliche Risse.

Noch auf der Schwelle zum Krankenhaus, beschloss ich so schnell wie es nur irgendwie gehen würde wieder ins Geburtshaus zurück zu kehren. Ich schwor mir, dass ich sobald ich wieder ein bisschen Kraft in meinen Beinen haben werde, dass KK zu verlassen. Notfalls kriechend und auf allen Vieren.

Es erwachte eine ungeahnte riesige Kraft in mir und ich Ueberstand die nächsten Stunden mit allen kommenden medizinischen Interventionen nur, weil ich mir selber schwor, mich noch am gleichen Tag entlassen zu lassen.

Meine Blutung konnte gestoppt werden und ich verlies dann nach wenigen Stunden auf eigene Verantwortung das KK und verbrachte dann noch eine Woche im Geburtshaus.

Welch ein Glück für mich. Zurück im Geburtshaus konnte ich dann langsam eine Bindung zu meinem neugeborenen Sohn aufbauen.

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Ich konnte lange nicht annehmen, was damals geschah… hatte ich doch so lange (auch manchmal heute noch das Gefühl) dass mir die intensiven und ganz nahen Stunden, die ich mit meinem Sohn hätte haben können fehlten…war doch diese Situation der Startschuss für meine tiefe Krise und tiefen Täler die ich gemeinsam mit meiner Familie durchschritten habe.

Und doch, mit dem Hintergrundwissen welches ich nun habe, weiss ich, dass ich diese Situation so wie sie damals war selber, gewählt habe. Zum lernen, zum wachsen… 

Alles hat einen Grund… alles hat seinen Zweck, auch wenn wir manchmal nicht wissen welcher.

Solche Zeiten bergen vor allem die grosse Chance um zu lernen, uns selber an zu nehmen. Bedingungslose Liebe uns selber, dem Leben und dann unseren Kinder gegenüber.

Alle die meine Blogartikel schon länger lesen, wissen, dass ich glaube dass unser Kinder uns als Eltern bewusst aussuchen um Erfarhungen zu machen die wir aufgrund unseres Lebens unseres Wissen ihnen ermöglichen können.  Hier habe ich schonmal darüber geschrieben.

Mit diesem Hintergrundwissen bekommen für mich herausfordernde Situationen im Leben mit unseren Kindern eine ganz andere Bedeutung. Einen Sinn und die Gewissheit, dass solche Zeiten nicht nur für uns wichtig sind, als Mensch, als Mann und Frau, als Eltern, nein auch wichtig sind für unsere Kinder.

Ich habe erst grad vor wenigen Tagen folgenden Satz gelesen in einem spirituellen Buch über das Eltern -Sein.

Du musst mich nicht vor der Welt beschützen, denn ich habe selber gewählt hier her zu kommen.

Wir Leben um wachsen zu können.

Wir sind aber auch hier um wählen zu können. Und damit wir wählen können, braucht es eine Vielfalt von Erfahrungs -und Wachstumsmöglichkeiten.

Alles hat seinen Platz, alles hat seine Berechtigung, damit wir ganz bewusst entscheiden können, was wir erfahren wollen.

Ich für mich selber habe vor einigen Monaten für mich entschieden, dass ich so gut es geht audentisch gegenüber meinen Kindern auftreten will.

Wenn ich lache, dann lache ich, Wenn ich tanze, dann tanze ich… wenn ich weine… ja dann weine ich.

Das ist Leben.

Sommer wie Winter

Tag und Nacht

Ebbe und Flut

Alles gehört zusammen.

Unsere Kinder brauchen keine perfekte Welt. Sondern sie brauchen Menschen mit denen sie gemeinsam wachsen können.

Bedingungslose Liebe bedeutet sich selber zu lieben. Unser Leben zu lieben, besonders dann, wenn es eben nicht perfekt ist.

Alles Liebe

Denise

2 thoughts on “Wenn du deine Kinder bedingungslos Lieben willst, ist der erste Schritt bei dir selber an zu fangen…

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