wenn-spielen-uns-wieder

So, noch schnell auf „Speichern“ drücken. Fertig!

Mein neuster Blogartikel ist nun online. Geschafft! Ein wohliges Kribbeln durchflutet mein Körper. Es ist immer ein wahnsinniges Gefühl, wenn ich spüre, dass das Feuer der Inspiration, mein inneres Feuer den Weg wiedermal gebrannt und sich in Form von einem Blogartikel nun manifestiert hat. Wenn die Worte einfach mühelos und leicht fliessen… herrlich. 

Vor 15 min habe ich mit Erleichterung und Freude die Küche verlassen, voller Zufriedenheit, dass die Küche ENDLICH wiedermal aufgeräumt ist…

Na ja, den Boden jedenfalls …… ( ha, ha…. das schmutzige Geschirr auf der Arbeitsfläche erwähne hier gar nicht, das ignoriere ich jetzt einfach mal)

Ich beende den PC, stecke den Stecker aus und mein Herz hüpft beim Gedanken, dass ich nun ganz gemütlich zu den Kindern sitzen und mich entspannen kann, bis ich dann in aller Ruhe die nun fast fertige Suppe zum Mittagessen auftischen kann.

Von weitem höre ich meine zwei Mädchen spielen und lachen.

Als ich aus dem Büro heraustrete, sehe ich mit einem Blick, dass meine  jüngste Tochter die Klopapierrollen aus dem Badezimmer geschnappt hat, um damit den schiefen Turm von Pisa zu bauen. 

Ich fühle mich zurückversetzt in meine Kindheit als wir „Räuber und Poli“ (auf Deutsch; Räuber und Polizist) gespielt haben, als ich sah, dass meine jüngste Tochter eine Spur mit Klopapierfetzen gelegt hat, die (so vermute ich) zu ihr führen sollte.  

Das war damals für unsere ganze Kinderschar ein richtiges aufregendes Abendteuer, an welches ich mich sehr gerne zurück erinnere.

Bevor ich nun die Treppen hinunterlaufen will, sehe ich gerade noch aus meinem Augenwinkel heraus, dass meine 2 Jährige Tochter im Schlafzimmer ebenfalls das Fundament für einen weiteren Turm aus Klopapierrollen gelegt hat.

Von unten höre ich ein lachen und ein gekichern…. Sie scheinen mächtig Spass zu haben zusammen.

Ich folge also der Klopapierspur nach unten Richtung Küche.

Je näher ich der Küche komme, desto mehr ahne ich aber nun, welcher Blick mich nun erwartet.

Mit einem tiefen Atemzug betrete ich die Küche und lehne mich zuerst an den Türrahmen um mir eine Übersicht  des entworfenen „Spielparadieses“ meiner Mädchen zu machen.

Der vor 15 min. noch komplett aufgeräumte und geputzte Küchenboden haben doch meine Mädchen in kürzester Zeit in einen Pferdestall verwandelt! 

Die zwei grossen Schaukelpferde liegen schön auf Kissen gebettet auf dem Küchenfussboden. Natürlich liebevoll zu gedeckt mit der Bettdecke!

Ich bemerke mit einem schmunzeln auf meinem Gesicht, dass auf der Decke sich bereits eine von unseren Katzen zum schlafen eingerollt hat.

Rundherum liegt noch der Rest der Klopapierrolle schön verteilt. 

Neben dem Lieblingspony meiner 6 Jährigen Tochter liegt eine Schüssel gefüllt mit Karotten und …. ja genau… meinem frisch gekauften Blattspinat, aus dem ich heute eigentlich kombiniert mit Brennesselsamen aus unserem Garten einen feinen frischen Saft machen wollte. Meine Tochter war anscheinend anderer Meinung und gab ihn kurzerhand ihrem Pony zum essen…..

Daneben auf einem Schneidebrett in kleine Stücke gehackt sehe ich den Blumenkohl und den Brokkoli liegen….

„Ja super, den kann ich nachher grad noch zur Suppe dazu fügen!“ 

Oh, die Haustüre steht auch offen und die Schubkarre steht schon fertig gefüllt mit Stroh zur Stelle, damit den Pferden noch ein Dessert serviert werden kann.

Ich muss schon sagen, meine Mädchen haben an alles gedacht….wenigstens haben sie das Heu nicht in der ganzen Küche verteilt…

So weit sind meine Mädchen aber (noch) nicht gekommen.

Sie liegen zwischen den Schaukelpferden unter der Decke, man sieht nur noch ihre Füße und lachen miteinander. Daneben liegt noch ein total überfüllter Napf mit Katzenfutter. Ich muss ja nicht erwähnen, dass das meiste nicht im Napf sondern ausserhalb verteilt liegt… 

Ich muss zugeben. Einerseits belustigt mich die ganze Situation aber anderseits merke ich doch, dass sich ganz zaghaft negative Gedanken anschleichen…. Ich spüre, dass eine tiefe innere Müdigkeit in mir hochsteigt, ja auch ein gewisser Frust….

Ich schliesse meine Augen um mich wieder zu spüren…. und um zu versuchen mich und meine Gefühle an zu nehmen so wie sie nun mal gerade sind. Ich lasse mein Atem ganz bewusst, ein- und ausströmen… spüre meinen Körper… konzentriere mich auf meine Füsse und spüre den festen Boden unter mit. Er gibt mir Halt!

Während ich meine Augen geschlossen halte, merke ich wie meine Gedanken anfangen ruhiger zu werden….

Wie ein Zeitraffer wandern meine Gedanken durch die Zeit. So viele Situationen tauchen mir vor meinen Augen auf. Schöne, aber ja auch herausfordernde.. Einfach Familienleben mit allen Höhen und Tiefen. Tage voller Elan und Kraft, aber auch Tagen an denen mir so oft die Tränen kamen.

Meine Gedanken, bleiben bei einer ganz besonderen Situation hängen.

Meine jüngste Tochter wurde damals gerade 2 Jahre alt….

„Komm Mama, spiel mit mir….“, sagte sie.

Meine jüngste Tochter schaut mich mit leuchtenden Augen an und streckt mir ihre Hand entgegen.

Ich zögere kurz, überlege rasch. Die Waschmaschine sollte beladen werden, auf dem Tisch steht noch das Frühstück, ein Anruf wollte ich noch machen, Einkaufsliesten sollten geschrieben werden etc.

In meinem Kopf rattert es…. fast wird mir schwindelig bei all dieser Arbeit die noch auf mich wartet.

Vorhin noch hatten die Kinder miteinander geschritten und meine Stimmung war im Keller. Müdigkeit machte sich in mir breit, meine Schultern und mein Rücken fühlten sich total verspannt an, mein Herz weinte, gerne würde ich um Hilfe rufen..aber es ist niemand da, der es hören könnte….

Mein Herz wurde schwer, als mir bewusst wurde, dass niemand da war, der mir bei dem ganzen normalen Wahnsinn von Familie und Haushalt etc. helfen konnte.…. ich fühlte mich so alleine…

In diesem ganzen Gefühlschaos stand meine Tochter vor mir und bat mich, dass ich mit ihr spielen sollte…

Ohne weiter zu überlegen sagte ich ja. Ich griff nach der kleinen und wunderbar weichen Hand von meiner Tochter und setze mich zu ihr hin.

Vor mir sind Lego Steine ausgebreitet. Noch ganz in Gedanken, nahm ich ein Stein um den anderen. Fange zu bauen an. Meine jüngste Tochter vertiefte sich ebenfalls in das Spiel. Ich atmete tief und bewusst ein und aus. Ich fragte mich, welche Botschaft hinter dieser Situation versteckt war und plötzlich stieg eine Freude in mir auf…. ja, ich verstand die Botschaft.

Der Geruch von angebranntem Essen holte mich aus der Vergangenheit zurück. Ich schaute auf den Herd und sah, dass das Suppenwasser aus der Pfanne quoll und auf der Herdplatte landete… Mit schnellen Schritten laufe ich zum Herd, ziehe die Pfanne weg und merke als ich mit einem Löffel die Suppe umrühre, dass ein Teil auf dem Pfannenboden angebrannt war.

Na super… das auch noch! schoss mir durch den Kopf.

Mach dein Herz für einen Moment einen Spalt weit auf (1)

Meine jüngste Tochter hat mich nun bemerkt und springt mir mit leuchtenden Augen entgegen. 

Ich gehe vor ihr in die Knie und sie wirft sich mit den Worten: „Mami ich habe dich so lieb“, in meine Armen.

Ich spüre ihren sanften kleinen Körper ganz nah bei mir. Sie umarmt mich und drückt mich ganz fest an sich. Ich vergrabe mein Gesicht in ihre feinen Haare, rieche ihren vertrauten Duft und merkte wie mir Tränen in meine Augen aufsteigen. Unendliche Liebe macht sich in mir breit aber auch unendliche Müdigkeit. Müdigkeit von diesem Gefühlschaos welches mich doch so oft in meinem Leben als Mami begleitet.

Aber auch eine Ruhe und ein Erkennen der grösseren Zusammenhänge.

Meine Tochter hat mir damals eines von den grössten Geschenken gemacht!

Und heute erinnert sich mich wieder daran.

Als meine Tochter mich losließ schaue ich ihr in die Augen und sie erzählt mir ganz begeistert, was sie gespielt haben.

Ihre Lebensfreude…. ihr strahlendes Lachen…

Sie ist verbunden…. mit diesem unendlichen Strom des Wohlbefindens….

Sie kennt es auch…. Dieses Feuer der Inspiration. Diese Gedanken die aufblitzen und dann den unwiderstehlichen Drang diese Gedanken, diese Inspiration um zu setzen, zu formen zu gestalten, zu spüren… ja es einfach fliessen zu lassen.

Ich begriff es plötzlich…. ein Puzzleteil, welches sich zum Bild hinzufügt. Ich habe wieder eines gefunden.

Ich fülle mir eine Tasse mit warmen Tee. 

Das Mittagessen und das Aufräumen kann warten!

Ich setze mich zu meinen zwei Mädchen und schaue ihnen beim spielen zu.

Die wärme des Tees tut mir gut. Meine negativen Gedanken und die damit verbundene Müdigkeit lassen nach. Ich entspanne mich…

In Gedanken wandere ich nochmals zu dieser Lebenssituation zurück.

Spielen ist Leben

Leben ist Spielen!

Meine Tochter hat damals gespürt, dass ich mich von meinem Wohlbefinden entfernt habe.

Sie hat instinktiv gewusst, dass Spielen den Fluss des Lebens wieder anzapfen kann und dass man im Spielen wieder Kraft schöpfen kann.

Ich habe damals stumm um Hilfe gebeten und meine Tochter hat diesen Hilferuf gehört!

Sie streckte ihre Hand aus und lud mich ein mit ihr zu spielen!

Spielen verbindet uns wieder mit unseren Kindern. Noch weiter… Spielen bringt uns unseren inneren Essenz wieder näher… unserem inneren Kind.

Unsere Kinder überreichen uns mit dem gemeinsamen Spielen ein grosses Geschenk. Spielen nährt uns. Unsere Kinder, uns selber und unser inneres Kind. Nahrung die sättigt und uns wieder die Kraft gibt die Arbeit um uns herum mit mehr Freude, Gelassenheit, Vertrauen und Kraft zu machen.

Spielen ist dieses Feuer der Inspiration

Ja Spielen ist Leben. Leben ist Spielen!

Das ganze macht mich sehr nachdenklich… Ich erinnere mich noch so gut an die Leichtigkeit meiner Kindheit… ja ich spüre noch genau, wie es sich anfühlt ein Kind zu sein…. Voller Freude in jedem Augenblick. Voller Neugier und positiver Erwartung. Die ganze Welt lag mir damals vor meinen Füssen ausgebreitet und wartete nur darauf von mir entdeckt zu werden.

Der Zauber der Kindheit!

Ein Gedanke blitzt in mir auf….

Warum sehen wir das Leben nicht häufiger als ein Spiel an?

Was wäre wenn das Leben „wirklich“ ein Spiel wäre?

Hätten wir dann mehr vertrauen?

Vertrauen, dass wir jederzeit das „Lebensspiel“ verändern könnten?

Ein Spiel in dem wir nicht wirklich verlieren können…

Ein Spiel voller Chancen und voller Vielfalt in dem wir in jedem Augenblick bewusst entscheiden können was wir wollen und welche Schritten wir gehen wollen?

Was wäre wenn wir wirklich wieder mehr spielen würden…. alles nicht so schwer nehmen… den Druck loslassen würden. Schritt um Schritt…

Was wäre wenn wir wieder mehr Gelassenheit spüren würden?

Denn es könnte ja wirklich ein Spiel sein… unser Leben!

Ein Spiel voller Möglichkeiten!

Ja, was wäre wenn es wirklich so wäre….?

Ich spüre, dass dann vieles möglich wäre… die ganze Welt könnte sich vor unseren Augen transformieren.

„Der Zauber der Kindheit“ würde sich dann in den „Zauber des Lebens“ verwandeln.

Ich denke es gibt nur eine Frage die wir uns stellen müssten. Sind wir bereit dazu? Und wenn „ja“ wann?

Jetzt!

Wenn „Jetzt“ dann gibt es keinen Halt mehr… dann wird das Feuer der Inspiration in jedem von uns anfangen zu fliesen. Aus dem einfachen Grund, weil wir die Entscheidung dazu getroffen haben!

So nun bin ich gespannt auf eure Gedanken zu meinem Blogbeitrag. Ich freue mich auf eure Kommentare.

Alles Liebe

Denise

One thought on “Wenn „Spielen“ uns wieder mit unserer inneren Schöpferkraft verbindet

  1. Hallo Denise!
    Das heisst „Räuber und Gendarm“ bei ‚uns‘ 🙂
    Es ist zwar lang her und ich bin bald länger in AT als in DE, aber gewisse Dinge schießen einem immer wieder in den Kopf bei Konfrontation mit Erinnerungen. – –
    Die Kinder sind Inspiration. Die Beste. Weil doch so ungehemmt, frei von Verpflichtung und Ordnung. Am liebsten würde man sie unbehandelt lassen ohne diesem ganzen Schmarrn und – mir fällt gerade das Video ein über das fiktive Ich. – – Spielen war früher viel angesagt in der Familie. Dann mit meiner ersten Freundin wieder, dann die zweite. Immer so Karten, Maumau, Romeé. Ich kann mich sogar an die Spiele-Wien Messe erinnern mit dem Monopoly Osterreich-Meisterschaftsspiel – 2. Platz. Aber auch an eine längere Zeit in der ich es stark vermisst habe.
    – – von Herzensprojekt zu Herzensprojekt, Alles Liebe Patric

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